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Vom Komparsen zum Hauptdarsteller

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Regensburg/Tübingen. Clemens Bleistein von der LAV Asics Tübingen hat eine Medaille bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften in Regensburg nur knapp verfehlt. Eva Baur unterbot über die 100 Meter Hürden erstmals die 14-Sekunden-Marke.

Das Unerwartete fasziniert in der Regel mehr als das Gewohnte. Für Clemens Bleistein, dem 19 Jahre alte Langstreckenläufer der LAV Asics Tübingen, hatte das Drehbuch bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften ja überhaupt nicht vorgesehen, bis 40 Meter vor Ende der 5000 Meter einen Medaillenplatz einzunehmen. Ein Platz unter den ersten Acht hatten sie ihm reserviert, und bis 600 Meter vor Rennende hatte der junge Tübinger seine Rolle als Komparse in einer Verfolgergruppe brav ausgefüllt. Dann zog Bleistein das Tempo an, er rannte, als habe das Rennen gerade erst begonnen (die letzte Stadionrunde würde er in 62 Sekunden absolvieren), er machte einen Platz gut, zwei Plätze, plötzlich war er als Dritter auf der Zielgeraden einer der Hauptdarsteller. Dass der Passauer Tobias Schreindl ihm die Bronzemedaille im Spurt vom Hals riss, ärgerte Bleistein im Ziel noch mächtig. Letztlich entschied sich Bleistein aber doch, auf den unerwarteten vierten Platz in neuer Bestzeit von 14:42,59 Minuten stolz zu sein.

Vereinskollege Timo Göhler hatte Bleistein bis zur letzten Runde begleitet. Nach Bleisteins finaler Tempoverschärfung „war es dann aber aus“, sagte Göhler, der in 14:58,92 Minuten Zehnter wurde. Christoph Dreser, dritter LAV-Finalteilnehmer, lief bei seinem ersten DM-Einzelauftritt mit der zweitbesten Zeit seiner Karriere (15:08,47 Minuten) auf Platz elf.

LAV-Siebenkämpferin Eva Baur lief über die 100 Meter Hürden die schnellste Zeit ihrer Karriere. 13,96 Sekunden benötigte sie für das Finale, die 14-Sekunden-Grenze hatte sie vorher noch nie geknackt. Mit dieser Zeit wird man bei den deutschen Juniorinnen derzeit Final-Letzte. Die Konkurrenz ist stark, die Siegerin Cindy Roleder (13,12 Sekunden) stand vor drei Wochen bei den Europameisterschaften in Barcelona im Halbfinale. Baur freute sich vorrangig über ihre neue Bestleistung, sie war „einfach total happy“. Auf die Zeit hatte sie zwar gehofft, ein bisschen unerwartet waren sie dann aber doch gekommen. Mit Platz zwei im B-Finale über die 100 Meter in 12,25 Sekunden rundete Baur ihr Wochenende ab.

Max Krause lief über die 3000 Meter Hindernis dank zwei starker Schlussrunden in 9:35,87 Minuten als Sechster ein. Daniel Tobis sicherte sich den letzten Finalplatz im Diskuswurf, die 50-Meter-Marke wollte nach 49,23 Metern im Vorkampf aber auch im Endkampf nicht fallen. Franziska Pfeifer ging die 5000 Meter mutig an, musste anschließend aber das Tempo drosseln und kam nach 18:19,20 Minuten als 14. ins Ziel. Weitspringerin Alisa Schuster verzichtete eine Woche nach ihrem Auftritt bei den Deutschen Jugendtitelkämpfen auf den Start bei den Junioren.