Geschrieben von Alexander Mühlbach

Viele Athleten starten beim Hallenwettkampf in Sindelfingen am Samstag in die neue Saison. Während die Einen aber davon träumen sich für die deutschen Hallenmeisterschaften zu qualifizieren, ist ein anderer einfach nur froh wieder dabei sein zu dürfen.

Man könnte beim Hallenmeeting am Samstag in Sindelfingen beinahe meinen wieder bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften zu sein. Denn gleich 22 Athleten werden dort am Samstag in einem Tübinger Outfit um die beste Höhe, Weite und Zeit kämpfen. Dass gleich so viele Athleten auf einmal ein Meeting ansteuern hat zwei Gründe. Zum einen, weil es der einzige Hallenwettkampf in der Umgebung ist, für den man als Athlet keine Qualifikationsnorm braucht. Bei den baden-württembergischen oder süddeutschen Hallenmeisterschaften ist dies nicht der Fall. Zum anderen liegt das Meeting aber auch zeitlich praktisch. Eine Woche vor den baden-württembergischen Meisterschaften bietet es sich als idealen Test an sowie als perfekten Zeitpunkt zum Saisoneinstieg.

Vor allem Fabian Heinle freut sich darauf. Der 19-Jährige Weitspringer hat sein fast einem Jahr keinen Wettkampf mehr bestritten. Am 19. Januar des vergangen Jahres hatte er sich nämlich das Knie bei der Landung in der Sandgrube durchgeschlagen. Dabei verletzte er sich am Gelenk und am Kreuzband so schwer, dass manche Ärzte der Auffassung waren, dass Heinle nie wieder springen wird. Am Samstag wird Heinle das zwar nicht, weil er nur über die 60 Meter Sprint starten wird. Aber in der darauffolgenden Woche will Heinle bei den baden-württembergischen Meisterschaften endlich wieder durch die Lüfte fliegen. "Von der Verletzung spüre ich nichts mehr", räumt Heinle alle Sorgen aus. Wie die 60 Meter in Sindelfingen allerdings ausgehen werden, will der 7,91-Meter Springer nicht prognostizieren: "Ich bin schon zuversichtlich für den ersten Wettkampf, aber da ich erst am Freitag aus dem Trainingslager in Teneriffa zurückkomme, muss ich erst schauen wie das wird." Neben Heinle werden auch noch Moritz Riekert und Tobias Fluck auf den Startschuss über die 60 Meter warten.

Staffel hofft auf Qualifikation

Die Mehrkämpfer hingegen werden mehr Wert auf die technischen Disziplinen legen. Nils Merten, vierter bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften, hat sich mit Hoch- und Weitsprung sowie dem Kugelstoßen gleich drei Disziplinen vorgenommen. Dass es zu viel für Merten werden könnte, sollte man eher bezweifeln. Seiner Meinung nach könnten es auch ruhig etwas mehr Disziplinen sein. "Die drei Sachen passen halt vom Zeitplan her gut; das ist eigentlich immer das Hauptkriterium," sagte Merten. Langweilig dürfte es ihm dennoch nicht werden, denn der Zehnkämpfer ist noch für die 4x200 Meter Staffel eingeplant.

Die könnte auch auf Seiten der Frauen in diesem Jahr richtig spannend werden. Das Staffelteam, das im letzten Jahr über die 4x100 Meter immerhin süddeutscher Meister geworden ist, mussten einige Abgänge kompensieren. Verena Scholtka und Katharina Dobler wechselten zum Vfl Pfullingen, Ersatzfrau Maximiliane Hegemann hat ihr Studium in Tübingen beendet. Und trotzdem wollen die arivierten Kräfte Jackie Baumann und Mona Maier am Samstag die Qualifikation für die deutschen Hallenmeisterschaften schaffen. Dazu wurde Neuzugang Ana Garcia-Fernandez in die Staffelmannschaft aufgenommen, ebenso wie die U20 Athletinnen Ina-Celine Wiedmann. Dass die Kombination gut klappen könnte zeigten die Staffelwechsel im Training. "Das hat mir gut gefallen", sagte Trainerin Isabelle Baumann. "Die waren schnell und flüssig. Das kann definitiv was werden am Wochenende."

Das weitere Aufgebot für Sindelfingen: 

Lennart Wiedmayer (60m, Weitsprung, beides U20)
Alexander Stern (800m)
Jan Haller (800m)
Tobias Fluck (60m, 4x200m Staffel)
Luca Randazzo (200m, 4x200 Meter Staffel)
Jakob Siebler (200m, Hochsprung, Stabhochsprung)
Daniel Gütler (200m, Kugelstoßen)
Rene Stauß (60m Hürden, Stabhochsprung, Kugelstoßen, 4x200m Staffel)
Arne Matthews (Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen)
Ina-Celine Wiedmann (60m in der U20, 4x200m Staffel)
Kristina Stern (60m in der U20)
Carla Marsel (60m in der U20)
Mona Maier (60m, 200m, 4x200m Staffel)
Ana Garcia Fernandez (60m, 60m Hürden, 4x200m Staffel)
Jackie Baumann (60m, 200m, 4x200m Staffel)
Clara-Sophie Blättermann (60m, 60m Hürden)
Lisa Steinkamp (60m)
Marie-Sophie Hindermann (Stabhochsprung)