Geschrieben von Michael Schramm

Vom 24. bis 26. August fanden in Wesel die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften aller Altersklassen (U16 bis Aktive) statt. Aus Tübinger Sicht hatten sich die U16-Athletinnen Kaya Jauch, Sara Poser und Lotta Mage sowie die U16-Athleten Luca Haug und Leon Groh qualifiziert. Am Schluss stand dann das überragende Ergebnis: Luca Haug wurde in der Altersklasse der M14 neuer Deutscher Meister und stellte dabei einen starken Kreisrekord von 5142 Punkten auf. Dabei gab es zwei weitere Top-Ten-Platzierungen mit der Mannschaft der weiblichen U16, welche in einem starken Feld den sechsten Platz belegte, sowie mit Leon Groh, der im Neunkampf den neunten Platz belegte.

Luca Haug heißt der überragende Athlet aus Tübinger Sicht des Wochenendes von Wesel. Mit dem Deutschen Meistertitel war nicht unbedingt zu rechnen, Ziel war eine Top-5-Platzierung. Doch Luca startete gleich über die 100m mit einer neuen Bestleistung von 11,73sec und der insgesamt schnellsten Zeit des gesamten Mehrkampffeldes. Auch im Weitsprung stand mit 5,58m am Schluss eine neue persönliche Bestleistung. Nach einem ordentlichem Kugelstoßen und einem sehr guten Hochsprung war bereits nach dem ersten Mehrkampftag abzusehen, dass Luca um die Medaillen ein Wörtchen mitreden konnte, beendete er den ersten Tag sogar auf dem ersten Zwischenrang.

 

Der zweite Tag begann für die Jungs relativ früh. Bereits um 8 Uhr erreichten Athleten und Trainer das Stadion. Als erste Disziplin stand der Stabhochsprung auf dem Programm, für Luca sicherlich ein Schlüsselerlebnis auf dem Weg zum Deutschen Titel. Bisher eher eine noch etwas schwächere Disziplin von Luca, hatte sich bereits in den letzten Trainings ein technischer Fortschritt angedeutet. Doch mit den dann in Wesel übersprungenen 3 Metern hatte so recht niemand gerechnet. Damit verbesserte Luca seine bisherige Bestleistung um sage und schreibe 40cm. Als dann auch die 80m Hürden mit einer guten Zeit hinter sich gebracht wurden, beim Speer der nächste Knaller. Wieder erzielte Luca eine neue persönliche Bestleistung und verbesserte die bisherige um gleich sechs Meter. Als auch der Diskus bis auf wenige Meter an die Bestleistung heranflog, war bereits vor dem abschließendem 1000m Lauf klar, dass es auf jeden Fall für eine Medaille reichen würde. Als guter Läufer bekannt, ging Luca mit etwa 15 Sekunden Vorsprung in die letzte Disziplin.Und es zeigte sich relativ schnell, dass hier nichts mehr anbrennen werden würde. Auch in dieser Disziplin war Luca zweitschnellster des gesamten Feldes und bewies damit, was einen guten Mehrkämpfer auszeichnet: die Ausgeglichenheit in allen Disziplinen.

 

Im Ziel war die Freude dann riesig, sowohl bei Luca wie auch bei den beiden Trainern sowie bei Lucas weiblichen und männlichen Mannschaftskollegen. Deutscher Meister im Neunkampf, einfach nur genial. Dazu mit 5142 Punkten den bisherigen Kreisrekord von David Frank (LG Steinlach Zollern) um mehr als 100 Punkte gesteigert. Ein überragender Wettkampf von Luca, der die gesamten beiden Tage mit der richtigen Konzentration, Motivation aber vor allem auch Lockerheit alle, insbesondere seine beiden Trainer, positiv überraschte.

 

In der gleichen Altersklasse war Leon Groh am Start. Auch Leon startete mit einer Bestleistung über die 100m in 11,77sec. Nach eine ordentlichen Leistung im Weitsprung folgte im Kugelstoßen die zweite Bestleistung des Tages, wobei Leon zum ersten Mal die 12m-.Marke übertraf. Der zweite Tag begann mit sehr guten 2,90m im Stabhochsprung. Über die 80m Hürden erzielte Leon dann seine dritte Bestleistung des Wochenendes. In 11,61sec war Leon deutlich schneller als bei seinen bisherigen Rennen im Verlauf der Saison. Auch im Speerwurf gab es wie für Luca auch bei Leon eine neue persönliche Bestleistung zu feiern.

 

Nach dem Diskus lag Leon vor dem abschließenden 1000m Lauf auf dem neunten Platz. Das Ziel war, noch unter die besten Acht zu kommen, um an der Siegerehrung teilnehmen zu können. Aber nachdem Leon den Schlussspurt etwas zu spät anzog, blieb Leon auf einem immer noch starken neunten Platz. Der achte Platz war am Schluss der beiden Tage nur vier Punkte entfernt. Dabei erzielte Leon mit 4870 Punkten eine neue persönliche Bestleistung im Neunkampf. Top-Ten in Deutschland kann sich mehr als sehen lassen.

 

Bei der weiblichen W15 gingen Kaya Jauch und Sara Poser an den Start, bei der W14 Lotta Mage. Insbesondere Kaya und Sara waren doch etwas müde, vor allem auch mental, hatten sie doch mit den Deutschen Einzelmeisterschaften vom vergangenen Wochenende bereits ihren emotionalen Höhepunkt der Saison erreicht und damit eine extrem lange Saison hinter sich gebracht. Stolz machte die beiden Trainer, dass sich sich nochmals aufrappelten, alles gaben und sich damit professionell verhielten.

 

Dabei sprangen nochmals zum Teil richtig gute Ergebnisse heraus, auch Bestleistungen fielen bei den beiden. So erzielte Sara über die 80m Hürden in 12,46sec eine neue persönliche Bestleistung, während hier die Süddeutsche Meisterin und dritte der Deutschen Meisterschaften über diese Strecke, Kaya, etwas hinter ihren Erwartungen zurück blieb. Kaya erzielte dafür im Hochsprung mit 1,46m ihre zweitbeste Leistung in dieser Disziplin und stellte im Kugelstoßen mit 11,71m gegen Ende der Saison noch eine neue persönliche Bestleistung auf. Sara blieb in allen Disziplinen relativ nah an ihren bisherigen Leistungen, wohingegen sie im Speerwurf mit 28,39m ihre zweite persönliche Bestleistung des Wochenendes erzielte. Im abschließendem 800m- Lauf wurde dann die Müdigkeit der beiden nochmals relativ deutlich, so dass beide doch etwas hinter ihren Leistungen zurück blieben. Dennoch sammelten sie wichtige Punkte für die Mannschaft, immerhin war vor dem 800m-Lauf klar, dass es auch hier nochmals um eine Top-Acht-Platzierung bei Deutschen Meisterschaften geht. Kaya blieb mit 3670 Punkten nur etwa 80 Punkte unter ihrer Bestleistung, Sara dagegen erzielte mit 3547 Punkten trotz großer Müdigkeit nochmals eine neue Bestleistung im Mehrkampf.

 

Als Dritte komplettierte Lotta Mage die Mannschaft. In der ein Jahr jüngeren Altersklasse machte Lotta, für die es die ersten Deutschen Meisterschaften in ihrer noch jungen Karriere waren, einen durchweg soliden Wettkampf. Im Kugelstoßen hab es mit 9,09m sogar nochmals eine persönliche Bestleistung für Lotta. Hervorzuheben bei Lotta war noch die Zeit über die 80m Hürden, wo sie in 12,87sec nur knapp über der Bestleistung blieb. Ebenso waren beide Sprünge nur knapp an der Bestleistung vorbei. Im Hochsprung übersprang sie 1,49m, im Weitsprung landete sie erst nach 4,57m im Sand. Wie immer zeigte Lotta übe die abschließenden 800m eine sehr starke Leistung. Ganz alleine bestritt sie den kompletten Lauf bei böigem Wind mit deutlichem Vorsprung von Vorne. Insbesondere der Wind kostete dann doch ein paar Kräfte, dennoch lief Lotta in 2:22min die schnellste Zeit der weiblichen Altersklasse W14.

 

Zum Schluss stand fest: sechster Platz in der Mannschaft, nochmals Top Acht in Deutschland. Dabei blieben die drei Athletinnen nochmals über dem alten Kreisrekord in der Mannschaft, was wiederum zeigt, dass trotz Müdigkeit nochmals alles gegeben wurde.

 

Nach einer in diesem Jahr extrem langen Saison haben sich die Athletinnen und Athleten, vor allem die Starterinnen und Starter bei den Deutschen Einzel- und Mehrkampfmeisterschaften, sowie die beiden Trainer den folgenden Urlaub mehr als verdient. Immerhin wurde, während Baden-Württemberg größtenteils im Urlaub weilte, weiterhin intensiv trainiert und an Feinheiten gearbeitet. Die folgenden zwei Wochen gilt für alle: Pause von der Leichtathletik und erholen!